Angst vor Reden überwinden – Tipps und Tricks

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Für viele Arten der Weiterbildung ist es wichtig, Reden halten zu können. Und auch im Berufsleben muss die eine oder andere Rede gehalten werden. Aber bricht bei Ihnen bei der Vorstellung, öffentliche Reden zu halten, der Schweiß aus? Falls ja, finden Sie vielleicht etwas Beruhigung in der Tatsache, dass es vielen Leuten so geht. Untersuchungen zeigen, dass einer von fünf Menschen unter dieser Art von Angst leidet. Redeangst zählt heutzutage damit zu einer der häufigsten Ängste. Die gute Nachricht: Es ist unumstritten, dass Sie diese Angst mit der richtigen Strategie vermindern oder gar komplett hinter sich lassen können. So können Sie bei Präsentationen oder anderen Reden hervorragende Leistungen erbringen.

Atmen

So simpel es klingt, die richtige Atmung vollbringt Wunder. Wenn Sie nervös sind, schlägt Ihr Herz schneller, Sie fangen an zu schwitzen und wenn Sie nicht aufpassen, kann Sie dies in einen Panikzustand versetzen. Um diese physischen Reaktionen zu kontrollieren, nehmen Sie sich vor Ihren Reden ein paar Minuten zum bewussten Atmen. Atmen Sie ein paar Mal tief ein und aus. Sie können beispielsweise drei Sekunden lang einatmen, dann drei Sekunden lang die Luft anhalten und anschließend fünf Sekunden lang ausatmen. Dies ist eine bewährte Methode zur Beruhigung von Körper und Geist.

Lassen Sie sich auf die Nervosität ein

Eine häufige Reaktion auf das Gefühl von Nervosität ist Ablehnung. Dies ist verständlich, da das Gefühl im ersten Augenblick unangenehm ist. Aber versuchen Sie es mal anders und lassen sich einfach darauf ein. Sagen Sie sich Okay, das Adrenalin ist da und ich nehme es an. Ich lasse es auf mich einwirken, ich fühle es, ich heiße es willkommen. Es ist da, um mir Superkräfte zu geben. Gemeinsam leisten wir mehr.

Sie können auch die Zuhörer teilhaben lassen. Anstatt zu versuchen, die Nervosität auf der Bühne zu verbergen, kommunizieren Sie Ihre innere Lage mit dem Publikum. Dies besteht auch nur aus Menschen, die sich garantiert in Ihre Situation versetzen können. Zuzugeben, dass Reden Sie nervös macht, kann dazu beitragen, sowohl Sie als auch Ihr Publikum zu beruhigen. Sie fühlen sich erleichtert, da die Information draußen ist und Sie die Möglichkeit haben, das Ganze hinter sich zu lassen und mit neu gewonnenem Mut weiterzumachen.

Halten Sie Ihre Notizen kurz

Durch die Angst kann man schnell dazu neigen, seine Rede Wort für Wort aufzuschreiben und auf die Bühne nehmen zu wollen. Notizen sind keineswegs schlecht – im Gegenteil! Es kann beruhigend sein, zu wissen, dass Sie im Zweifel nur einen kurzen Blick auf den Zettel in Ihrer Hand werfen müssen. Aber genau das sollte es auch sein: ein KURZER Blick. Sie sollten keine ganzen Sätze oder die ganze Rede niederschreiben. Machen Sie sich kurze und sinnvolle Stichpunkte, mit denen Sie sich zu helfen wissen. Und haben Sie keine Sorge vor 30 Sekunden Redepause. Die Zuschauer brauchen diese Stille, um das eben gesagte zu verarbeiten und die Pause wirkt keineswegs unangenehm.

Körpersprache

Der Körper spricht immer mit. Sie haben bestimmt schon mal mit jemandem geredet, der wild mit seinen Händen gestikuliert hat, oder diese verschränkt vor der Brust hielt. Achten Sie auf eine offene Körpersprache, kein verschränkten Arme oder Beine. Handbewegungen sind gut dafür geeignet, Punkte hervorzuheben und das Erzählte lebendiger zu machen, aber auch hier müssen Sie vorsichtig sein. Zu wilde Bewegungen strahlen Nervosität aus. Halten Sie Ihren Körper offen und ruhig, um Ihren Geist zu besänftigen.

Ebenso kann es schnell passieren, dass Sie viel zu viel hin und her laufen – sei es auf der Bühne, oder wo auch immer Sie Ihre Rede halten. Ein bisschen Bewegung ist gut, Sie sind schließlich kein Fels. Aber achten Sie darauf, dass es nicht zu viel wird.

Visuelle Darstellungen

Es kann einen schnell stressen, wenn man ohne Pause beäugt wird. Damit die Aufmerksamkeit nicht ununterbrochen bei Ihnen liegt, bereiten Sie visuelle Darstellungen vor. Dies kann beispielsweise in Form eines Bildes oder Diagramms passieren. Für Inspiration stöbern Sie am besten online nach Büchern über Auftritte von erfahrenen Rednern.

Übung macht besser

Ob Sie ein Meister in Ihrer Kunst werden, wissen nur Sie. Aber eines ist klar, Übung bringt Sie vorwärts. Mark Twain sagte einst, dass eine gute Rede drei Wochen der Vorbereitung braucht. Vielleicht kommt Ihre Nervosität von der Tatsache, dass Sie nicht genügend vorbereitet sind. In dem Fall liegt die Lösung auf der Hand. Üben Sie Ihre Rede, wiederholen Sie sie, sagen Sie sie immer und immer wieder auf. Irgendwann kennen Sie die Rede und den Ablauf bis ins kleinste Detail und die Angst vor dem großen Tag verschwindet. Sie können sich auch selbst aufnehmen und die Aufnahmen später anschauen, um zu analysieren, was Sie besser machen können.

Um mehr über Ängste zu erfahren und wie Sie damit umgehen können, sollten Sie sich die Podcast-Folge „Keine Angst vor der Angst“ im F.A.Z.-Podcast „Beruf & Chance“ anhören.

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