: Spanisch ist nicht gleich Spanisch

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Wie leicht es einem von der Zunge geht, man lerne Spanisch. Dabei ist das wirklich eine viel zu ungenaue Angabe. Lernen Sie Kastilisch, Galicisch oder Katalanisch? Das macht den großen Unterschied, denn in Spanien herrscht weder kulturelle noch sprachliche Einheit und eine Sprache zu beherrschen garantiert Ihnen keine Verständigung in den anderen Regionen des Landes. Zwar ist die kulturelle Vielfalt ein hochgeschätztes Gut, sie könnte Sie jedoch in Sachen Kommunikation vor ungeahnte Herausforderungen stellen. Mit seinen sechs offiziellen Sprachen spaltet sich das Land nämlich in Bereiche mit unterschiedlichen Dialekten. Anders als in Deutschland, wo Schwaben und Norddeutsche sich doch sehr gut verständigen können, sieht es in Spanien anders aus. Versuchen Sie etwa in Barcelona, baskisch zu sprechen, werden Sie vermutlich Fragezeichen über dem Kopf Ihres katalanischen Gesprächspartners erscheinen sehen. Welche Dialekte man in Spanien unterscheidet und welche beiden Sprachen am häufigsten gesprochen werden.

Kastilisch

Kastilisch ist das amtliche Spanisch, das als español oder castellano bezeichnet wird und in ganz Spanien als Amtssprache gilt. In Art. 3 der spanischen Verfassung ist Folgendes klar geregelt: „(1) Das Kastilische ist die offizielle spanische Sprache […]. Alle Spanier haben die Pflicht, sie zu beherrschen und das Recht, sie zu benutzen.“ Daneben gibt es in den folgenden Autonomiestatuten allerdings noch weitere Amtssprachen, die lenguas co-oficiales:

  • Katalonien: Katalanisch; Aranesisch nur in Val d’Aran
  • Balearen: Katalanisch
  • Valencia: Valencianisch, Abwandlung des Katalanischen
  • Baskenland: Baskisch
  • Navarra: Baskisch
  • Galizien: Galizisch

Katalanisch

Die vielleicht kritischste Hürde, die Sie mit Ihrem gelernten Kastilisch nehmen könnten, wäre eine Reise nach Barcelona. In der beliebten Touristenstadt herrscht internationaler und interkultureller Trubel, doch katalanische Flaggen werden Sie regelmäßig daran erinnern, wo Sie sich befinden. Denn die Barceloner halten ihr Katalanisch in höchsten Ehren als eigene Sprache und erwarten von Ihnen, dass Sie das wissen. Immerhin ist sie die mit Abstand am meisten gesprochene Nationalsprache Spaniens und wird auch in vielen anderen Regionen verstanden – obwohl Sie unter Franco sogar zeitweise verboten war. Wenn Sie auf Reisen also einen guten Eindruck hinterlassen wollen, sollten Sie sich um Katalanisch bemühen. Starten Sie Ihren Besuch in Barcelona bitte nicht mit ¡Buenos días!, sondern mit Bon dia! 

Der große Unterschied


Für alle, die kein Spanisch sprechen oder sich noch durch die ersten Lektionen kämpfen, mag kein Unterschied zu hören sein. Dabei handelt es sich bei Kastilisch und Katalanisch um zwei völlig eigenständige Sprachen, die sich ebenso unterscheiden wie andere romanische Sprachen. Die Unterschiede sind in der Grammatik, dem Vokabular und der speziellen Betonung zu finden. Im Kastilischen gibt es nur Akzente in eine Richtung. Dass das für das Katalanische nicht gilt, wird direkt in der eigenen Bezeichnung català klargestellt. Und der klischeebehaftete männliche Vokal -o zum Beispiel in caballo existiert eigentlich nur im Katalanischen. Im Kastilischen heißt das Pferd nämlich cavall.

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